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Bernhard Bauer: Der Mann mit der Staffelei

Vernissage & Vortrag mit Helmut Krieghofer "Was bleibt"

Bernhard Bauer: Der Mann mit der Staffelei

Schwarz oder grau sucht man vergeblich. Denn Bernhard Bauer mag es bunt. Es sind helle Acryl-Farben, die seine Bilder prägen. Jede Woche streift der mittlerweile 49-Jährige den weißen Malermantel über. Und nimmt Platz vor seiner Staffelei.

„Planeten“, so heißt eines seiner Werke, das ihm besonders wichtig ist. Blau erstrahlt der Mars, rot die Venus, grün die Erde. Drei sphärische Kugeln vor dunkelrotem Hintergrund zieren Bernhard Bauers Schlafzimmerwand.

Ruhig und konzentriert setzt Bernhard Bauer seine Striche. Einen Spezialpinsel hält er in der linken Hand, verankert zwischen Ring- und Mittelfinger. Freund und Assistent Robert Tribus ist an seiner Seite, hilft ihm dabei, den Arm Richtung Leinwand zu führen oder mischt die Farben. Im Alter von zehn Jahren hat Bernhard Bauer das Malen für sich entdeckt. Über 300 Werke umfasst sein Schaffen mittlerweile.  
Die nächste Idee habe er stets bereits im Kopf, erzählt er. Und dass bei ihm viel im Moment entsteht.

Bernhard Bauer erzählt, indem er zwinkert. Zwinkern, das bedeutet Ja. Zwinkern, das ist Bernhard Bauers Sprachrohr. Neben der Malerei.  
Es war auf der Rückfahrt von einem Wochenendausflug. Ein Stau aufgrund von Felsräumungsarbeiten. Familie Bauers Auto war das letzte in der Schlange, der Fahrer dahinter zu langsam beim Bremsen. Seit diesem Tag im Jahr 1976, seit seinem dritten Lebensjahr, ist Bernhard Bauer spastisch behindert.  

Wenn er gerade nicht künstlerisch tätig ist, so begegnet man Bernhard Bauer im Kabarett, auf Fendrich-Konzerten, beim Pizza essen und auf Städtetrips. Beim fordernden Trainieren mit dem augengesteuerten Sprachcomputer. Oder, zur Entspannung bei einer Tasse Kaffee mit einem Schuss Likör, oft auch umgekehrt. Familie und Freunden schenkt Bernhard Bauer Energie. Denn meistens nimmt er die Dinge gelassen. Meistens lacht er sein ansteckendes Lachen. Und meistens, so zwinkert Bernhard Bauer, fühlt er sich verstanden. 

Kurzbiographie Bernhard Bauer

Bernhard Bauer, geboren 1973, wuchs mit zwei jüngeren Brüdern in Landeck auf. Infolge eines Unfalls nutzt er einen Rollstuhl. Er kann sich verbal nicht äußern und kommuniziert mit seinen Augen. Seine Liebe zur Malerei entdeckte Bernhard Bauer während seiner Schulzeit im slw Elisabethinum in Axams. Heute lebt er mit fünf weiteren Menschen mit Behinderungen in einer WG des slw in Innsbruck und ist in der slw-Tagesstruktur beschäftigt. Bernhard Bauer stellt seine Werke regelmäßig aus. Mit seiner Arbeit hat Bernhard Bauer auch das visuelle Erscheinungsbild der Stiftung 'Die Seraphiner' mitgeprägt. 


'Die Seraphiner' Stiftung unterstützt Menschen mit Behinderungen wie Bernhard Bauer 

Rund 250 Menschen mit Behinderungen werden in Tirol vom?slw – Soziale Dienste der Kapuziner?begleitet, einer von ihnen ist Bernhard Bauer. Nun gibt es eine neue gemeinnützige Stiftung, die das Engagement dieser Sozialorganisation fördert: Gegründet wurde die Stiftung 'Die Seraphiner'?von Kapuzinerprovinzial Bruder Erich Geir im Auftrag des österreichischen Kapuziner-Ordens. 
„Wir wollen gerade jetzt und in der Zukunft Menschen unterstützen, die das Leben vor besondere Herausforderungen stellt“, sagt Helmut Krieghofer, der ehrenamtliche Vorsitzende des Stiftungsvorstandes 'Die Seraphiner'. „Unser Ziel ist es, Menschen mit besonderen Herausforderungen möglichst langfristig zu helfen. Dafür werden sich?'Die Seraphiner'?mit ganzer Kraft einsetzen.“ 
Das?slw –Soziale Dienste der Kapuziner?beschäftigt in Tirol 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegründet wurde die Organisation vor 131 Jahren. Zusätzlich zu Menschen mit Behinderungen werden auch Kinder in Notlagen betreut. Das Kürzel slw (= seraphisches Liebeswerk) geht, wie auch der Name der Stiftung?‘Die Seraphiner‘, auf den Gründer des Kapuziner-Ordens, Franz von Assisi, zurück, der einst „Franciscus Seraphicus“ gerufen wurde. 

Mehr Information zu 'Die Seraphiner' und zum?slw – Soziale Dienste der Kapuziner: 
www.seraphiner.at
www.slw.at 

 
Bildmotiv Bernhard Bauer
Das Motiv zeigt Bernhard Bauer (links) und einen seiner Unterstützer, Walter Sonnweber (rechts). 
Bernhard Bauer lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft des slw - Soziale Dienste der Kapuziner. 
Walter Sonnweber leitete lange Jahre das Mitarbeiter_innen-Team in dieser Wohngemeinschaft. 
Die slw-Wohngemeinschaft wird von der Seraphiner Stiftung unterstützt.

Status: Plätze frei

Kursnr.: EV222-5031

Beginn: Fr., 04.11.2022, 19:30 - 22:00 Uhr

Dauer: 1

Kursort: Saal

Gebühr: 0,00 €

0,00 €

Datum
04.11.2022
Uhrzeit
19:30 - 22:00 Uhr
Ort
Saal


Dozenten


Helmut Krieghofer
ehem. Direktor des ORF-Landesstudios Tirol , ehem. Politiker und Landtagsabgeordneter , Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Die Seraphiner"




Tagungshaus der Erzdiözese Salzburg
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