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Was bedeutet es für Sie persönlich, ein gläubiger Katholik zu sein?

Am 03. März 2026 liest Tobias Haberl aus seinem Buch „Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe“

Wir haben ihn vorab zu einem kurzen Interview gebeten.

 

Herr Haberl was bedeutet es für Sie persönlich, ein gläubiger Katholik zu sein?
Es bedeutet, dass ich nie allein bin, weil ich mich von Gott jederzeit wahrgenommen und geliebt fühle. Es bedeutet auch, dass ich mich – obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin – zu meiner Kirche bekenne. Ein Christ zu sein, darin liegt viel Trost und Hoffnung, aber ein Sonntagsspaziergang ist es nicht – ohne Pflichten geht es nicht. 

Reicht aus Ihrer Sicht fürs Katholisch-Sein der regelmäßige Kirchgang, das Wissen um die Symbolik der dritten Kerze am Adventkranz oder das tägliche Tischgebet?
Wie bereits angedeutet, Spiritualität ist wichtig, Stille, Vertrauen, das Gebet. Aber ich nehme meinen Glauben ernst und weise immer wieder darauf hin, dass Jesus nicht für uns am Kreuz gestorben ist, damit wir gute Menschen werden, sondern um uns zu erlösen. Das ist ein Unterschied. 

2022 sagten in einer Umfrage 84% jener, die aus der Kirche austreten, dass für sie diese unglaubwürdig sei.
Wie reagieren Sie auf solche Argumente?

Man müsste klären, inwiefern sie unglaubwürdig sein soll? Ich kann vor allem erkennen, dass einzelne Priester oder Bischöfe Fehler machen oder sündigen. Wer oder was ist denn die Kirche? Ein paar alte Männer in Soutanen? Aber nein! Die Kirche, das sind alle Getauften. Und natürlich kann man mit dem Finger auf eine Institution zeigen, in der nicht alles optimal läuft, aber wir sollten nicht vergessen, bei uns selbst nach dem Rechten zu schauen. Sind wir gute Christen? Oder versagen nicht auch wir jeden Tag aufs Neue?

Sich als Christ*in zu outen, fällt vielen schwer – doch wäre es vermessen zu behaupten, dass diese Haltung beim Gegenüber unbewusst nicht doch eine leise Sehnsucht nach Orientierung und dem Wunsch nach einer solchen Überzeugung wecken kann?
Viele winken ab, aber ich mache immer wieder die Erfahrung, dass manche fast neidisch auf meinen Glauben sind nach dem Motto: „Ich würde ja gern, aber schaffe es nicht.“ Im Moment sind viele Menschen auf der Suche nach Sinn, Halt und Hoffnung. Dass sie auch in der Kirche und im Evangelium danach suchen, dazu muss die Kirche, dazu müssen aber auch christliche Laien einladen, indem sie ihren Glauben nicht verstecken, sondern selbstbewusst zeigen, auf dass viele erkennen, wie schön und befreiend es ist Christus nachzufolgen.

 

Vielen Dank!
Wir freuen uns auf Ihre Lesung und das Gespräch mit Ihnen.

Eine Anmeldung ist erforderlich und bis 24.02.2026 erbeten.

 

© Matthias Ziegler
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