„Freude bedeutet Leben“ – mit dieser Feststellung leitete Sam Siefert, MA, in seinem Vortag nach einem kurzen theoretischen Einstieg in die Literaturwissenschaft über. Anhand beispielhafter Gedichte veranschaulichte er die vielfältige Verwendung des Begriffs. Dabei betonte er, dass „Freude“ als solches zwar selten explizit genannt wird, jedoch eine zentrale Funktion erfüllt: Sie steht für ein positives Gefühl. In der Lyrik ist Freude weniger eine Wirkung als vielmehr das Thema eines emotionalen Ausdrucks.
Siefert erläuterte darüber hinaus, dass Freude eine weitere Funktion erfüllt, nämlich den Ausdruck einer freudvollen Emotion in Lebenssituationen. Den Unterschied zwischen „Glück haben“ und „glücklich sein“ veranschaulichte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Germanistik der Universität Innsbruck anhand von Alltagssituationen. Ein freudiges Empfinden entstehe demnach dadurch, dass man sich bewusst sei, dass bestimmte Situationen auch anders hätten ausgehen können. Freude ist stets ein Ausdruck des Lebens.
Ziel des Vortrags war es, einen Einblick in verschiedene lyrische Manifestationen von Freude zu geben. Gleichzeitig wurde gezeigt, dass diese Emotion auch in den schweren Zeiten des 19. und 20. Jahrhunderts präsent war und einen wichtigen Beitrag zur lyrischen Entwicklung der deutschsprachigen Literatur leistete.
Text: Petra Brandl














